Das Goldene Zeitalter

der Segelschiffe

 

Die Windjammer




Windjammer - das klang wie ein Spott, und so war es auch gemeint. Mit diesem verächtlichen Spitznamen belegten
nämlich die auf den Dampfern fahrenden Seeleute die riesigen, rahgetakelten Segelschiffe , die im beginnenden Zeitalter der
Dampfschifffahrt mitzureden versuchten.

Aus dem Spottnamen wurde ein Ehrentitel. Denn in Wahrheit verkörperten die Windjammer in den 60 Jahren, in denen sie sich erfolgreich gegen
die immer stärker aufkommenden Dampfschiffe behaupten konnten, die ganze Majestät der Segelschifffahrt und den glanzvollen Höhepunkt einer
jahrhunderte langen Entwicklung.

Ob sie in einem heulenden Kap-Horn-Sturm lenzten oder vor Passatwinden gute Fahrt machten, kein anderes Fahrzeug konnte sich an Größe, Kraft und
Schönheit mit diesen hohen, weißgeflügelten Schiffen messen. Viele waren doppelt so lang wie ihre Vorgänger, die schlanken hölzernen Klipper, und
beinahe genauso schnell wie diese. Mit mehreren tausend Quadratmetern Segelfläche an ihren Masten beförderten sie Tausende von Tonnen Salpeter, Guano,
Kohle, Getreide oder Holz in ihren geräumigen Rümpfen über die Weltmeere.
Von Anfang an eroberten die Windjammer die Herzen von Seeleuten und Landratten gleichermaßen.
 

Rüsten für den Kampf ums Überleben

Schweres Wetter war der ständige Begleiter des Windjammers. Sogar das heitere Mittelmeer konnte sich in eine tobende See verwandeln, wenn der
heiße Schirokko von Süden wehte, und im Golf von Biscaya verschwand so manches Schiff spurlos.